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Chirurgie
Aufnahme
Zustand der Abteilung
Beratung Aufnahme

Ich bin Angehöriger einer Patientin, welcher bei den Vorgesprächen, der Aufnahme, unmittelbar vor der OP und auch sehr kurz danach sowie zu Besuchszeiten anwesend war.

Die Aufnahme selbst war angemessen, zielführend und freundlich. Zu kritisieren ist, dass die Patientin für die Dauer ihres Aufenthaltes - Aufnahme Donnerstag mittags und Entlassung Dienstag morgens - kein fixes Zimmer oder Bett zugewiesen bekam sondern während dieser fünf Nächtigungen sich in drei verschiedenen Abteilungen (Orthopädie, danach Geriatrie, danach Chirurgie - dort Zimmerwechsel)trotz Operation insgesamt vier mal neu einrichten musste.

Über den genauen Operationstermin konnte niemand bis zwei Stunden vor der Operation Auskunft erteilen.

Während der Aufnahme, sowie während des gesamten Aufenthalts, wurde sehr freundlich auf den Patienten (also auch auf die anderen) eingesprochen, nicht aber mit ihnen gesprochen.



Die Aufnahme selbst erfolgte, auf ausdrückliche Anweisung, bereits einen Tag früher als ursprünglich notwendig und geplant, da eine Blutabnahme in einem externen Labor nicht möglich war.



Die Bewertung des Zustandes der Abteilungen bezieht sich nicht auf dessen Ausstattung. Diese ist entsprechend und ausreichend, in einigen Punkten sogar besser, als ich es in anderen Krankenhäusern beobachten konnte.

Der (für den Patienten wesentliche) Zustand einer Abteilung definiert sich eher in der Behandlung durch die Schwestern und Stationsärzte und dem dadurch entstehendem Gefühl der Patienten.

Wer sich als Patient dadurch wohl fühlt, schweigend in seinem Bett zu liegen, in diesem Zustand alles über sich dankbar und duldsam ergehen zu lassen und darauf verzichtet, Schwestern und Ärzte über Schmerzen und Unwohlsein aus eigenem Antrieb zu informieren, ist in diesem Spital sehr gut aufgehoben.

Kritischere Patienten werden von Schwestern und Ärzten in teilweise agressiver Form bevormundet, immer wieder trotz der schon offensichtlich und selbst schon von anderen Patienten zu erkennden Folgen eines aufgetretenen Problems über die eigene Inkompetenz belehrt und, wenn auf Grund der Folgen die Richtigkeit der eigenen Patientenaussage nicht mehr zu leugnen ist, sogar beschimpft.



Eine Beratung ist qualitativ nicht vorhanden!

Es gilt gleiches wie oben: Man spricht freundlich und eindringlich auf den Patienten ein ohne tatsächlich mit ihm zu sprechen. Sachverhalte, welche der Patient bekannt gibt, werden dadurch nicht wahrgenommen. Dem Patienten werden deshalb - die tatsächlich existierenden Probleme wurden ja nicht wahrgenommen und daher auch nicht bei der Beratung besprochen - Schmerzen zugefügt.



Insgesamt bezeichne ich die Behandlung als inkompetent.

Die Patientin wies bei jedem Vorgespräch, nochmals ganz speziell bei dem Vorgespräch mit dem Anästhesisten, und danach bei den prä-operativen Massnahmen, immer wieder auf die zu erwartenden Schwierigkeiten bei der Installierung eines "Venflons" hin.

Die Patientin wies gleichzeitig und vielfach wiederholt darauf hin, dass es anlässlich früherer Operationen zu einem Versagen dieser Massnahme kam und diese in einem Fall dazu führte, dass sie während einer Operation auf Grund der Nichtversorgung mit Narkosemittel erwachte.

Die Patientin wies gleichzeitig, auch noch auf dem Operationstisch, auf die vorhandene Notwendigkeit der Verwendung eines ZVKs hin und dass sie einer Operation ohne Verwendung eines ZVKs nicht zustimme.



In sämtlichen Gesprächen wurde sie dahingehend informiert, dass man ihre Aussage zur Kenntnis genommen hat und sie sich absolut nicht darüber sorgen müsse. Bei der Beratung wurde sie auch dahingehend informiert, dass ein ZVK in jedem Fall unter Verwendung eines Betäubungsmittels, beigebracht durch den gesetzten "Venflon" installiert wird.

Diese Information erhielt sie auch noch auf dem Operationstisch!

In diesem Glauben - also der Verwendung eines ZVKs - beliess mich (als Angehörigen) auch die operierende Chirurgin nach der Operation anlässlich eines Nachgesprächs über die erfolgreiche Operation!



Fakt ist: Die Versuche, den notwendigen "Venflon" zu installieren begannen am Vortag der OP gegen 14.00 und endeten gegen 19.30.

Sie begannen mit einem unerfahrenen, freundlich auf die Patientin einredenden, Pfleger, der sich über einen sehr langen Zeitraum gegen die Bitte der Patientin sträubte, wenigstens einen Arzt zu Hilfe zu holen.

Die Aussagen der Patientin wurden als aggressiv und als Angriff gewertet!

Seine ersten Stiche begannen in der Armbeuge und endeten an den Fingern.

Gegen Abend waren mehrere Ärzte gleichzeitig, und gleichzeitig an beiden Armen arbeitend, mit dieser Massnahme beschäftigt.



Bezeichnend für das Verhalten dieses Spitals gegenüber seiner Patienten ist auch folgender Vorgang: Während einer Pause, welche man der Patientin vergönnte, erschien eine weitere Schwester, welche, in völliger Unkenntnis über die bereits geschehenen Ereignisse und für die bestehenden und nun dem Spital definitiv bekannten Komplikationen nicht ausgebildet, um dem Patienten (Zitat) "nur ganz schnell ein wenig Blut abzunehmen".

Zum einen wurde diese auch auf der Abteilung von keiner Schwester oder Arzt auf die Besonderheit der Situation hingewiesen und hätte dadurch der Patientin nur weitere, nicht zum Ziel führende Schmerzen zugefügt und zum anderen hinterfragte diese Schwester trotz der deutlich zu sehenden vielen Einstiche und beginnenden Blutergüsse nicht die Aussagen der Patientin und empfand diese als aggressives und unkooperatives Verhalten.

Bis zur Einmischung eines Arztes, der ihr ein weiteres Vorgehen untersagte, bestand sie auf dem Recht, ihrer Pflicht nachzukommen und eine Blutabnahme wenigstens zu versuchen!



Gegen 19.30 konnte ein "Venflon" gesetzt werden.

Die Patientin ersuchte darum, aus der Erfahrung früherer Operationen, den ZVK möglichst sofort zu setzen, da bei ihr das Risiko eines Versagens des "Venflons" in seiner Funktion unnatürlich hoch sei.

Diese Bitte wurde abgelehnt.

Ihr wurde ausdrücklich zugesichert, dass der ZVK so zeitnah als möglich, also am nächsten Morgen, installiert werden würde und man alle dafür erforderlichen Stellen informieren und entsprechend anweisen würde.



Die am nächsten Vormittag beginnenden Fragen und Bitten der Patientin wurden als Ärgernis verstanden. Auch auf eine Verschiebung der Operationspläne, nach welcher der für 13.30 geplante OP Termin einer keinerlei Probleme habenden Patientin auf zehn Uhr vorgezogen wurde ging man nach einer diesbezüglichen Nachfrage der Patientin nicht ein.

Gegen zehn Uhr wurde der Patientin Blut abgenommen sowie der "Venflon" gespült, der ausdrücklichen Bitte der Patientin, endlich den ZVK zu installieren, da diese aus früherer Erfahrung wusste, der "Venflon" würde auf Dauer versagen, trotz telefonischer Weiterleitung nicht nachgekommen.



Im Gegenzug dokumentierte man fotografisch den Nikotingenuss der Patientin.



Gegen 13.00 versagte der "Venflon" und die Hand begann deutlich anzuschwellen.



Auf Grund der bisher gezeigten Vorgangsweise hatte die Patientin in der Folge große Angst, man würde auch weiterhin ihre Aussagen nicht ernst nehmen und die Operation in einer Art durchführen, die sie selbst als zu großes Risiko einschätzte und in dieser Art ausdrücklich nicht durchführen wollte.

Die Patientin und auch ich, als Anwesender Angehöriger, ersuchten mehrfach darum, auf Grund der eigenen Risikoeinschätzung, mit einem verantwortlichen Arzt sprechen zu dürfen.

Auf unsere mehrfache Bitte hin erschienen ebenso mehrfach Pfleger und ein bereits am Tag zuvor beteiligter Turnusarzt, die sich wiederholt wie folgt ausdrückten: Sie seien nicht verantwortlich und sie verstünden auch nicht, warum "die" das so machen. Ihre Aussagen unterschieden sich insofern, als sich der Pfleger sehr verständnisvoll zeigte und immer wieder versicherte, "dass schon alles gut gehen werde" und der Turnusarzt sich ausdrücklich darüber beschwerte, dass er für Fragen gar keine Zeit hat, da er schon seit sechs Stunden frei hat und zu Hause sein sollte und sich statt dessen mit so einem "Blödsinn" beschäftigen muss.

Unser eigentliches Anliegen, dass wir irgend eine Form der Garantie haben wollten, dass die Operation unter Verwendung eines ZVKs stattfinde, andernfalls wir an dieser Stelle die Operation absagen würden, wurde wie folgt beantwortet: "Er wurde nur von "denen" geschickt, aber er sei für nichts verantwortlich. Er solle nur dafür sorgen, dass die Patientin in den OP kommt und die machen das dann."

Im weiteren ergänzte er diese Aussage in meinem Beisein um den Satz: So etwas kann er in der Döblinger Privatklinik haben, aber nicht in diesem Spital.

Er wiederholte seine Beschwerden über seine mangelnde Freizeit und erklärte mir, in Anwesenheit weiterer Schwestern, dass ich nicht mehr von ihm verlangen kann, denn immerhin habe er sich am Tag zuvor beim Setzen des "Venflon" (Zitat) äußerst bemüht.

Meine zutreffende Äußerung, dass sein "Bemühen" alleine wie nun erwiesen nicht ausreichend war beantwortete er sehr lautstark mit Beschimpfungen.

Seiner Ansicht nach sei die Patientin ein Junkie, Raucherin, aggressiv und allein Schuld am Versagen der Massnahme.



Um fünfzehn Uhr wurde die Patientin in den OP gebracht, um dort erneut einen "Venflon" zu installieren und zog einen weiteren Oberarzt hinzu.

Während dieses gesamten Vorgangs fragte die Patientin ausdrücklich immer wieder nach, ob dieser "Venflon" tatsächlich nur für das Beigeben einer Betäubung verwendet wird und man danach, also in der Betäubung, einen ZVK installieren wird. Sie sprach ausdrücklich und wiederholt aus, dass sie mit der Verwendung eines "peripheren Venenkatheters" - also eines "Venflons" - zum Zweck der Narkose nicht einverstanden sei. Sie sprach ausdrücklich und wiederholt aus, dass sie nur mit dessen Verwendung zum Zweck der Betäubung einverstanden sei.

Eine ihrem Willen entsprechende Vorgangsweise wurde ihr bis zur Beigebung eines Betäubungsmittels von den Anwesenden versichert. Die die Operation durchführende Chirurgin hielt während dieses Vorgangs ihre Hand.



Gegen 17.30 informierte mich die Chirurgin über die erfolgreich durchgeführte Operation, dass erfolgreiche Setzen eines "Venflons" an der Halsvene durch einen der in diesem Spital hauptverantwortlichen Ärzte, der eigens beigezogen wurde und liess mich auch zu diesem Zeitpunkt im Glauben, dieser wurde nur zum Zweck der Beigebung einer Betäubung verwendet, die Operation selbst jedoch unter Verwendung eines ZVK durchgeführt.



Im Aufwachraum stellte die Patientin sofort fest, dass kein ZVK gesetzt wurde und fragte auch sofort danach, wurde von den behandelnden Schwestern nicht ernst genommen.

Wenige Minuten später meldete die Patientin, dass der für die Narkose verwendete "Venflon" fehlerhaft sei und nicht funktioniere und die durch ihn verabreichten Mittel, vermutlich Schmerzmittel, in den Halsraum eindrangen.

Wieder war die verantwortliche Schwester nicht einmal dazu in der Lage, zu erkennen, dass die Patientin absolut ansprechbar war und ihre Aussage ernsthaft. Die sichtbare Schwellung des Halses bezeichnete sie als Verband.

Für die Dauer von zwanzig Minuten blieb die Patientin unversorgt und erst als die Schwellung des Halses so stark war, dass eine Bewegungsfreiheit des Kopfes nicht mehr gegeben war, zog sie eine Ärztin hinzu.



Zumindest diese, man muss es lobend erwähnen, erkannte sofort den Ernst der Situation und auch sofort die Notwendigkeit eines ZVKs. Dieser musste nun, postoperativ, in Form eines Noteingriffes gesetzt werden.



Festzustellen ist für die gesamte Behandlungsdauer, dass jeder einzelne Behandelnde, sei es nun eine Schwester oder ein Arzt, letztlich auch der operierende Arzt, den Patienten und dessen Aussagen in seiner Ernsthaftigkeit nicht wahrnehmen, ihr Verhalten beleidigend und in der Würde verletzend ist und man in einer kollektiv praktizierten Überheblichkeit den Patienten Schmerzen zufügt und deren Gesundheit gefährdet.



Der operierende Arzt befand sich trotz der Hinweise der Patientin und trotz ihrer Willenserklärung in dem Glauben, dass der von ihm für die Operation verwendete "periphere Venenkatheter" für die gesamte Behandlung sicher sei.

Er schloss die für die Operationsplanung vorliegenden und vom Spital in seinem Auftrag eingeholten auf das Risiko hinweisenden Informationen vorsätzlich in seiner Planung aus!

Er handelte gegen den von der Patientin mehrfach erklärten ausdrücklichen Willen!

Seine eigene Risikoeinschätzung war ein Irrtum!



Alternativ: Der operierende Arzt wusste schon während der Operation, dass die von ihm für die Behandlung verwendete Massnahme versagen wird und setzte die Patientin vorsätzlich einer postoperativen schmerzhaften Massnahme aus.



Das schon vor der OP gezeigte Gesamtverhalten setzte sich auch nach der OP beinahe ungebrochen fort. Auf dem bei der Entlassung dem Patientenbrief beigefügten Rezept fehlte ein für die Nachbehandlung sehr wesentliches Medikament, wofür als Ausgleich ein anderes in einer Überdosierung verschrieben wurde. Beides fiel anlässlich der Nachkontrolle und der Beschreibung der, als von der Patientin "als ungewöhnlich" empfundenen Schmerzen auf und wurden vom kontrollierenden Arzt mit einer sehr abwertenden Bezeichnung in Bezug auf die Fähigkeiten des Spitalpersonals kommentiert.

Auch hier als schon als absolut lächerlich zu bezeichnender Ausgleich: Dieser kontrollierende Arzt, ein OA der auch der Operierende war, setzte die von ihm gerade entfernten und nun neu anzubringenden Wundpflaster so, dass deren Kleberänder, nicht aber deren Wundauflage, vollflächig auf den vernähten Operationsnarben klebten.



Eine Schlussbemerkung: Am herausragendsten war während der gesamten Dauer der Behandlung die Fähigkeit jedes einzelnen der Behandelnden, angesichts eines nicht mehr zu leugnenden Fehlers sofort mit dem Finger auf jemand anderen zu zeigen und jede Eigenverantwortung zu leugnen und beinahe gleichwertig die völlige Unfähigkeit der Behandelnden, wenigstens in einem inoffiziellen Gespräch die eigene Lernfähigkeit darzustellen um so zumindest das menschliche Vertrauen zu erneuern. Dieses Spital ist in seinem derzeitigen Zustand ein Fiasko. Es lebt von der Angst seiner Patienten.



Als Angehöriger einer Patientin



Kögl Christian